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Freitag, 10. Oktober 2014

Update // meine Woche, 2 Monate, deutscher Nationalfeiertag

Hallo und Hola!!

Es ist unglaublich, wir sind tatsächlich fast 2 Monate hier.
In der Zeit haben wir uns schon richtig an das alltägliche Leben hier gewöhnt.
Mit den Gastfamilien kommen wir richtig gut zurecht.
Auch unser Spanisch wird immer besser und verständlicher.
In der Schule haben wir regelmäßig einen Spanischintensivkurs und den wöchigen Ausflug in einen Stadtteil von Buenos Aires.
Wir kennen einige Argentinier, mit denen wir uns ein bisschen angefreudet haben.
Wir haben andere deutsche Austauschschüler als Freunde gewonnen und sind traurig, dass immer wieder jemand gehen muss.

Ich erzähle jetzt einfach mal ein bisschen von meiner Woche.
Bei Alex ist es ähnlich.

In der Woche stehe ich immer um viertel vor sieben auf. Weil ich mir ein Zimmer mit meiner Gastschwester teile, muss ich mich immer ganz leise fertig machen, denn sie steht immer ein bisschen später auf, weil sie nicht frühstückt. Im Gegensatz zu mir..

Ich esse meistens Tostadas (Toast) mit Dulce de Leche (Karamellcreme).
Dunkles Toastbrot ist das gesündeste Brot, das meine Familie kennt...
Meistens packe ich mir dann noch einen Apfel ein. Und der ist fast wie ein Markenzeichen für die Deutschen, denn außer uns läuft in der Pause keiner mit nem Apfel in der Hand herum...

Mittags bekomme ich fast immer etwas zu essen mit.
Meine Gastfamilie kocht nicht besonders abwechslungsreich. Ich denke, so mehr als 10 oder 15 Gerichte gibt es nicht.
Wir essen sehr viel Fleisch, wobei Pollo (Hühnchen) schon fast als Gemüse angesehen wird.
Häufig ist auch Tarta (also ein herzhafter gefüllter Kuchen) oder Nudeln oder Gemüsesuppe.
Außerdem wird fast jedes Wochenende Pizza bestellt, vor allem wenn jemand zu Besuch ist.
Die Pizza hier hat relativ viel Käse, so viel, dass man nicht mehr als 3 Stücke schafft.

Zur Schule bringen mich meine Gasteltern.

In der Schule setzen wir uns in den Unterricht und werden mehr oder weniger mit ein bezogen.
Zwischendurch gibt es immer wieder Projekte. Wie zum Bespiel zum deutschen Nationalfeiertag. Dazu komme ich noch.

Und wenn wir von der Schule am Nachmittag nach Hause kommen, gehe ich meinen Hobbies ein wenig nach.
Ich glaube, ich habe hier nachmittags mehr vor, als meine Gastschwester, die meistens nach der Schule erstmal eine kleine Siesta hält.

Dienstags gehen Alex und ich zusammen zum Jazz Dance. Ich hab zwar gar kein Talent zum Tanzen und gehör zu den schlechtesten der Gruppe, aber solange ich Sport mache, fühle ich mich gut.
Und ich finds niedlich wie die Tanzlehrerin immer wieder: "Muy bien, Schulia!" (Sehr gut) zu mir sagt, obwohl jeder sieht, dass ich nicht mal mit meinen Händen an meine Füße komme.

Mittwochs gehe ich zum Malen. Die Oma von meiner Gastschwester ist Künstlerin und lädt uns jede Woche in ihre Wohnung ein um ein bisschen zu malen.
Sie spricht sehr gut deutsch, weil sie mal in Deutschland gelebt hat und ich fühle mich jedes Mal sehr wohl bei ihr.
Malen werde ich auf jeden Fall auch in Deutschland weitermachen.

Und Donnerstags gehe ich ganz allein in einen Schwimmkurs.
Das ist für mich die einzige Möglichkeit Schwimmen zu gehen, weil es garnicht möglich sein soll ohne Lehrer. Und in diesem Verein wird auch noch ein Gesundheitszeugnis erwartet und all sowas. Es ist also recht kompliziert.
Man sollte also denken: In diesem Kurs sind lauter Leute in meinem Alter. Die müssten doch Englisch reden.
Wenn das so wäre... Einige sprechen seit zwei oder drei Jahren...
Der Schwimmlehrer redet auch nur Spanisch. Eigentlich kommunizieren wir nur über Hände und Füße. Es ist wirklich ganz lustig.

Und Freitags beginnt dann auch schon das Wochenende. Wir treffen uns mit Freunden, gehen auf Geburtstage oder Übernachtungspartys, zu Asados und ins Kino.
Diese Partys sind keine richtigen Partys, so wie man sich das vorstellt.
Im Grunde treffen sich einfach nur 20 Jugendliche in der Wohnung von jemandem und häufig sind dann noch die Eltern des Gastgebers dabei und kümmern sich um das Essen und all sowas.
Das ist wirklich unglaublich.
Solche Partys können dann schon mal ziemlich lange in die Nacht rein gehen.
Man macht dort aber eigentlich nichts, außer reden und essen und Musik hören.

So sieht meine Woche aus.

Und jetzt komm ich noch zum deutschen Nationalfeiertag:
Am 3. Oktober fuhren ein paar Auserwählte aus jeder Stufe und wir Deutschen mit einem Bus zur Plaza Alemania. Dort wurden wir dann erstmal auf einen Kaffee bei Starbucks eingeladen.
Dann gingen wir auf den Platz. Es waren alle möglichen deutschen Schulen aus Buenos Aires versammelt, das Militär war da und ein paar, die Reden gehalten haben.
Wir sangen die Nationalhymne von Argentinien und die von Deutschland, während wir unsere Fahnen in den Händen hielten.
Es wurden einige Reden gehalten.
Es war schon ziemlich krass, weil ich an diesem Tag in Deutschland noch nie etwas besonderes gemacht habe.
Dann fuhren wir wieder zurück zur Schule.

Und am Montag gab es eine extra Veranstaltung in der Schule.
Es gab ein Motto, nach dem man sich kleiden musste oder konnte, 80er Jahre.
Und wir hatten exra einen Film über die Wiedervereinigung gemacht.
Wir haben den Versammlungsraum geschmückt.
Und am Nachmittag kamen alle Schüler in den Raumen und schauten unser Video und hörten einer deutschen Band zu, aber erst nachdem wir wieder einmal die deutsche Nationalhymne gesungen hatten.
Es ist unglaublich, dass man so etwas veranstaltet. Mehr muss ich dazu nicht sagen, oder?

Liebe Grüße aus Argentinien!
Eure Julia 

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